Wie die Jungfrau zum Kinde

Psychologie – Das war mein Wunschberuf! Doof nur, dass mir mit 18 Jahren noch der Schalk im Nacken saß und ich es für eine grandiose Idee hielt, mein Abitur sechs Wochen vor der Prüfung zu schmeißen. Ich hatte die Idee, ein Jahr lang „mal zu gucken“, was ich wirklich will und dann später mein Abi nochmal in Angriff zu nehmen. Kam zu Hause nicht so gut an. „Du hast in sechs Wochen dein Abi oder eine Ausbildungsstelle“, hieß es dann. Also habe ich mich dann für eine Ausbildung entschieden, wobei ich absolut keine Ahnung hatte, für was für eine Ausbildung ich mich bewerben sollte. Außerdem hatte ich so wenig Zeit … ich schrieb zahlreiche unmotivierte Bewerbungen, unter anderem eine zur Zahnarzthelferin bei der Touristikverwaltung in Beers – Die lustigste, wie ich finde.

Ausbildung

Die letzte offene Stelle war die zur Raumausstatterin – mein Glück! Denn auch für den Betrieb war ich im Jahr 1997 die letzte Möglichkeit gewesen, noch einen Azubi einzustellen. Also unterzeichnete ich den Vertrag. An das Gesicht meines neuen Meisters erinnere ich mich noch genau, als ich ihm meine Antwort auf seine rhetorische Frage „Haben Sie noch Fragen?“ gab.

„Tja ... was macht denn ein Raumausstatter?" - ich hatte keine Ahnung...

Aber ich habe den Beruf schon bald lieben gelernt und früh festgestellt, dass er nicht nur mein Beruf, sondern meine Berufung ist.

Gesellenzeit

Meine als Landessiegerin abgeschlossene Gesellenprüfung war schon 'ne Party wert. Danach irrte ich ein paar Jahre herum und war erst mal sehr traurig darüber, bei HAMMER gelandet zu sein. Heute möchte ich meine Erfahrungen aus der Zeit als Abteilungsleiterin nicht missen.

Dann habe ich eineinhalb Jahre in Magelsen hinter Bremen eine buddhistisch-geprägte Ausbildung in der fernöstlichen Feng Shui Lehre gemacht – Ein riesiger Schritt für meine Persönlichkeitsentwicklung … und das Sprungbrett für eine neue Festanstellung.

„Das beste Haus am Platze“, wie ich meinen neuen Arbeitgeber voller Stolz genannt habe. In dieser Zeit habe ich allerdings gemerkt, dass ich noch mehr wollte. Die Idee nur Selbstständigkeit war geboren …

Selbstständigkeit

Nach sieben Jahren der Selbstständigkeit trieb mich wieder die Unruhe, mehr zu wollen … also habe ich von 2016 bis 2017 eine einjährige Ausbildung zum Systemcoach gemacht.

Ich werde oft gefragt, wie ich das alles neben Kind, Hund und Haushalt schaffe. Meine Antwort: Meine Arbeit fühlt sich nie nach Arbeit an. Sie ist vielmehr mein größtes Hobby, mit dem ich nebenher auch noch mein Geld verdiene. Ist doch perfekt, oder?